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Was ist ein Passivhaus
Teil 2

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von Dr. Wolfgang Feist,
Passivhaus Institut
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Aus dynamischen Simulationsrechnungen ergibt sich nun, dass die Heizlast von 10 W/m² im mittel- europäischen Klima gerade dann unterschritten wird, wenn der jährliche Energiebedarf für Raumheizung maximal 15 kWh/(m²a) beträgt – das ist weniger als ein Zehntel dessen, was im Gebäudebestand derzeit verbraucht wird. Wird die Grenze von 15 kWh/(m²a) unterschritten – berechnet nach [PHPP 1999] –, so handelt es sich von der Gebäudehülle her um ein Passivhaus. Darüber hinaus sind im Passivhaus aber auch der Verbrauch für die Warmwasser- bereitung und der Haushaltsstrom- verbrauch verringert. Insgesamt lautet die Zielsetzung, den gesamten Endenergieverbrauch für alle Haushaltsanwendungen um 75% zu reduzieren.

Wie lässt sich dieser ausgesprochen geringe Wärmebedarf erreichen? Der Querschnitt durch das erste Prototyp- Passivhaus in Darmstadt zeigt die wesentlichen Merkmale:

  • Passivhäuser sind “supergedämmt” mit Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,15 W/(m²K) für alle Außenbauteile (Dach, Wand, Kellerdecke bzw. Bodenplatte). Das bedeutet, dass die Dämmstoffdicken zwischen 25 und 40 cm liegen – natürlich wärmebrückenfrei und luftdicht.
  • Dreifachverglasungen mit 2 Beschichtungen sorgen für passiv solare Gewinne, welche die Wärmeverluste sogar in den Wintermonaten übersteigen (um 0,7 W/(m²K); g-Wert 50-60%).
  • Eine kontrollierte Wohnungslüftung sorgt für regelmäßige Lufterneuerung und verwendet eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung, um Lüftungswärmeverluste zu reduzieren.

Überraschend ist vielleicht, dass diese drei Maßnahmen bereits ausreichen, um den Passivhaus-Standard zu erreichen. Im Grunde sind alle drei Technologien aus dem Niedrigenergiehausbau hinreichend bekannt. Es kommt nur noch darauf an, alle Details so sorgfältig zu kombinieren, dass eine funktionstüchtige Gesamtlösung resultiert..

 

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